Man's World Denkanstoss #1

Für immer jung: Der Axolotl

Ein PUNKT Wirtschaftsmagazin Gastbeitrag

Was sich die deutsche SynthiePop-Band Alphaville 1984 nur wünschen konnte, hat sich der Axolotl, ein mexikanischer Schwanzlurch, erfüllt: Er ist für immer jung. Möglich macht es ein Kniff: Der Axolotl tritt dauerhaft als Larve auf, vergleichbar mit einer Kaulquappe, ohne die für Amphibien typische Verwandlung zu durchlaufen. Verantwortlich ist ein genetischer Schilddrüsendefekt: Das für die Metamorphose notwendige Hormon kann nicht ausgeschüttet werden.

Neben der ewigen Jugend verfügt der Axolotl aber noch über eine weitere Gabe, um die wir Menschen ihn beneiden: Wird er verletzt, wachsen ganze Gliedmassen, innere Organe und sogar Teile des Gehirns und des Herzens in wenigen Tagen nach. Die extreme Regenerationsfähigkeit fiel bereits dem Universalgelehrten Alexander von Humboldt auf, als er Anfang des 19. Jahrhunderts Mittelamerika bereiste. 1804 brachte er den ersten Axolotl nach Europa, wo er als exotische Kuriosität ausgestellt wurde. Heute leben Axolotl nicht nur in unzähligen Aquarien, sondern auch in Labors. Forscher versuchen ihm den Schlüssel zur ewigen Jugend zu entlocken. Bislang vergebens.

 

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